Geschichte des Katharinenmarkts


Der Katharinenmarkt findet alljährlich am Wochenende um den dritten Sonntag im Oktober statt.

 

1290 verlieh König Rudolph I. von Habsburg dem Ort an des Reiches Straße die Stadt- und Marktrechte. Seither findet alljährlich am 25. November zu Ehren der Schutzpartonin der Stadt, der Heiligen Katharina von Alexandria, der Katharinenmarkt statt. Die Verlegung in den Oktober wurde, wegen der zeitlichen Nähe zu den Weihnachtsmärkten in der Region, 2011 vom Magistrat beschlossen.

 

Der Katharinenmarkt findet 2014 zum 725. Mal statt. Er ist einer der ältesten Märkte im weiten Umkreis von Steinau an der Straße. In früheren Zeiten diente der Markt den Steinauern dazu, ihre Vorräte für den Winter aufzufüllen. Sie deckten sich beispielsweise mit Hülsenfrüchten ein, kauften Kleidung usw.


 

 

 

Katharinenmarktmeister


In jedem Jahr wird vor Beginn des Katharinenmarktes ein neuer Katharinenmarktmeister vorgestellt. Hierbei handelt es sich um den Vertreter eines Berufes (oft eines Handwerksberufes), der sich in traditioneller Kleidung präsentiert. Zur Eröffnung des Marktes, vor dem Steinauer Rathaus, stellt der Katharinemarktmeister seinen Beruf vor.

 

Die Katharinenmarktmeister sind in ihrer Gesamtheit ein farbenprächtiger Blickfang und repräsentieren die Stadt Steinau auch im Laufe des Jahres. Auch in diesem Jahr stellen einzelne Katharinenmarktmeister den Besuchern wieder ihr Handwerk vor.


 

 

 

Die Geschichte von Steinau an der Straße


Steinau gehörte ursprünglich zur Grafschaft Rieneck. Es war eine wichtige Station an der Via Regia, der alten Handelsstraße zwischen den Messeplätzen Frankfurt am Main und Leipzig. Die Auseinandersetzung zwischen den Mainzer Erzbischöfen und den Grafen von Rieneck in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts um die Macht im westlichen Spessart endete 1271 mit einem Sieg des Mainzer Erzbischofs Werner von Eppstein. Teil des Friedensschlusses war, dass Gräfin Elisabeth von Rieneck, mit reicher Aussteuer, zu der unter anderem die Stadt Steinau an der Straße gehörte, mit Ulrich I. von Hanau, verheiratet wurde.[2] So kam Steinau an die Herrschaft und spätere Grafschaft Hanau. Ulrich I. sorgte dann dafür, dass Steinau am 4. Juli 1290 – als zweite Stadt seiner Herrschaft nach der Residenz Windecken und noch vor Hanau – Stadtrecht, und zwar das Stadtrecht Gelnhausens erhielt.

Mit dem Schloss Steinau errichteten die Herren von Hanau zunächst eine Befestigung, die der Sicherung des Geleits auf der Via Regia diente. Das Schloss diente später oft als Witwensitz Hanauer Gräfinnen. Steinau entwickelte sich zum Zentrum der so genannten „Obergrafschaft“ Hanau, später Hanau-Münzenberg. Dazu zählt auch, dass Philipp Wilhelm Grimm, Vater der Brüder Grimm, dann im 18. Jahrhundert hier als Amtmann, also Verwaltungsleiter des Amtes Steinau, seinen Wohn- und Dienstsitz hatte.

Mit dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Philipp Reinhard, 1736, fiel Steinau – zusammen mit der ganzen Grafschaft Hanau – an die Landgrafschaft Hessen-Kassel, aus der Anfang des 19. Jahrhunderts das Kurfürstentum Hessen wurde. Dort wurde die Stadt mit der Verwaltungsreform von 1821 dem neu gebildeten Landkreis Schlüchtern zugeschlagen. 1866 wurde das Kurfürstentum – und damit auch Steinau – nach dem Deutsch-Österreichischen Krieg von Preußen annektiert, nach dem Zweiten Weltkrieg Bestandteil des Landes Hessens und mit der Gebietsreform von 1974 Bestandteil des Main-Kinzig-Kreises.